Jaffna

Durch die Geschichte Sri Lankas geprägt, entwickelt sich der Ort im Norden langsam zu einem touristischen Anziehungspunkt. Jaffna ist vor allem zu den bunten Feiertagen ein schönes Erlebnis, da hier die meisten Bewohner an den Hinduismus glauben und die Festivals anders zelebriert werden als auf dem Rest der Insel. Aber auch geschichtlich und kulturell ist Jaffna sehr interessant, weil hier, neben mehreren Kolonialmächten, ein jahrelanger Bürgerkrieg herrschte. Heute ist die Stadt in Regierungshand und es herrscht Frieden. Dennoch kann man auf Spurensuche der Vergangenheit gehen. 

Orientierung & Anreise

Jaffna liegt ganz im Norden Sri Lankas und ist auf einer Halbinsel gelegen. Die Stadt ist nur durch ein kleines Stück Meer von Indien getrennt und ist von der Kilometeranzahl näher an Indien als an Colombo gelegen.

Die Infrastruktur der öffentlichen Verkehrsmittel ist noch nicht sehr gut ausgebaut, man gelangt aber trotzdem ohne Probleme nach Jaffna. Ab Colombo fahren die Fernbusse direkt bis in die Stadt. Die Fahrt dauert ungefähr 10 bis 12 Stunden. Die Schienen für eine Zugverbindung nach Jaffna sind zwar vorhanden, werden allerdings nicht befahren. Wer trotzdem eine Anreise mit dem Zug bevorzugt, sollte mit der Bahn bis nach Vavuniya fahren und erst dann in einen Bus umsteigen.

Die beste Reisezeit

Wie auf ganz Sri Lanka herrscht auch in Jaffna tropisches Klima. Jedoch liegt der Ort, durch die Nähe zum indischen Festland, ein wenig geschützter, als die Orte an den offenen Küstenregionen. Das ganze Jahr über haben die Temperaturen nur geringe Schwankungen und es herrschen immer angenehme, warme Temperaturen. Jaffna ist durch den Niederschlag des Nordmonsuns betroffen und die meisten Regentage sind in den Monaten zwischen Oktober und Dezember. In dieser Zeit regnet es viel und man sollte einen Besuch in Jaffna auf die anderen Monate im Jahr legen. 

Die Geschichte Jaffna

Die Stadt im Norden war leider einer der Hauptkulissen des mittlerweile vergangenen Bürgerkrieges auf Sri Lanka. Bevor die Gefechte anfingen, war Jaffna die zweitgrößte Stadt Sri Lankas. Verschiedene Glaubensrichtungen trieben hier jahrelang einen bösen Krieg und vertrieben mit Bomben und Anschlägen die Einheimischen aus dieser Region. Zwischenzeitlich war Jaffna eine Geisterstadt, wurde anschließend aber wieder von der LTTE besetzt. Jahrelang kämpften Tamilische Guerrillas, Truppen der SLA und die Friedenstruppe um ihre Rechte. Im Jahre 1995 schaffte es die Regierung die Freiheit Jaffnas zu erkämpfen. Allerdings dauerte es noch eine Zeit, bis endliche Ruhe in der geschädigten Stadt einkehrte. Seit 2009 ist die Stadt wieder offiziell für Touristen geöffnet und immer mehr Besucher trauen sich in den hohen Norden der Insel. Heute zählt die Stadt ca. 80.000 Einwohner. 

Was ist so besonders an Jaffna?

Das interessante an Jaffna ist, dass die indische und sri-lankische Kultur aufeinander treffen. In keinem anderen Ort der Insel hört man überall in den Cafés indische Musik und sieht auch keine hinduistische Gopuram. Auch politisch steht Jaffna unter indischen Einflüssen. Ca. 90% der Bevölkerung sind Tamilen, die an den Hinduismus glauben. Dadurch ist in der Stadt ein beeindruckendes, hinduistisches Bauwerk entstanden, welches gleichzeitig das größte Sri Lankas ist: Die Tempelanlage Nallur Kandaswamy Kovil. Bereits im 15. Jahrhundert wurde die schöne Anlage erbaut. Während der portugiesischen Kolonialzeit wurde der Tempel nieder gerissen, aber schon ein paar Jahre später um 1734 wieder neu erbaut. Wer in Traditionen und Kultur interessiert ist, sollte Jaffna im Juni oder August besuchen. Zu dieser Jahreszeit herrscht hier ein buntes Treiben, da das Chariot Festival gefeiert wird. Die hinduistischen Feiertage werden 25 Tage lang zelebriert. Zahlreiche Pilger von der ganzen Insel nehmen den Weg auf sich, um mit den anderen Gläubigen zu feiern. Traditionsreiche Tänze und kulturelle Prozesse, wie Meditation, werden rund um die Uhr gefeiert. Ein weiteres Highlight der Stadt findet jedes Jahr am 14. Januar statt. Ein Festival namens Thai-Pongal wird die ganze Nacht gefeiert und auch hier herrscht Ausnahmezustand in der Stadt. Vergleichbar ist die riesen Party mit unserem Erntedankfest. Falls man außerhalb jeglicher Feiertage nach Jaffna kommt, gibt es auch zu dieser Zeit einiges zu entdecken. So stehen ein paar romantische Kirchen in der Stadt, die zu verschiedenen Glaubensrichtungen gehören. Aus der holländischen Kolonialzeit stammt das achteckige Fort, welches sich einmal um das Stadtzentrum zieht. Die gesamte Festung ist gut erhalten und die massiven Mauern erzählen die lange Geschichte der Stadt. Ein kleiner Tipp: Die beste Aussicht auf das Fort hat man von dem Pannai-Damm, den man ganz einfach zu Fuß erreichen kann. Die unschöne Vergangenheit Jaffans kann man ebenfalls an den altertümlichen Anlagen betrachten. Bei genauerem Betrachten sieht man Einschusslöcher aus vergangener Zeit, zerbombte Stauen liegen auf den Feldern und Ruinen stehen außerhalb der Stadtmauern.

Jaffna während einer Rundreise zu besuchen ist lohnenswert und zeigt Einblicke in eine ganz andere Kultur. In Jaffna erlebt man die Spuren der Vergangenheit und den Umbruch in eine moderne, multikulturelle Stadt.

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