Interessante Daten

Staatsform Unitarische Präsidialrepublik mit parlamentarisch-demokratischer Ordnung
Regierungschef Mahinda Rajapaksa (gleichzeitig exekutiver Präsident)
Hauptstadt offiziell Sri Jayewardenepura – Kotte, de facto: Colombo
Amtssprache Singhalesisch und Tamilisch,Verkehrssprache Englisch
Einwohnerzahl 20,27 Millionen, davon: 74,9 % Singhalesen, 18,1 % Tamilen (12,6 % Sri Lanka-Tamilen, 5,5 % Tamilen indischer Herkunft), 7,1 % Araber, 0,8 % andere
Fläche 65.610 qm
Währung Sri-lankische Rupie
Religionen 70,2 % Buddhisten (Theravada - Buddhismus), 12,6 % Hindus; 9,7 % Muslims, 7,4 % Christen, 0,1 % andere

Informationen zur Geschichte Sri Lankas

Frühzeit bis ins 15. Jahrhundert

Frühzeit bis ins 15. Jahrhundert Die Herkunft der indigenen Bevölkerung von Sri Lanka lässt sich nicht eindeutig bestimmen. Sagen und Legenden sind zu entnehmen, dass die Nagas und die Yakkas die ersten Einwohner Sri Lankas waren. Die Wedda sind die Nachfahren der Nagas und Yakkas und stellen somit die älteste, noch auf der Insel lebende Volksgruppe dar. Um 500 v. Chr. kamen Nordinder, die späteren Singhalesen, und unterdrückten die Wedda. Sie gründeten die Singhalesischen Königreiche. Im 3. Jh. entschlossen sich König und Bevölkerung dazu, dem Buddhismus beizutreten und so entstanden die ersten Tempelanlagen. Das Königreich pflegte seine Handelsbeziehungen mit den südindischen Tamilen, die dem Brahmanismus beitraten, welcher später zum Hinduismus transformierte. Die Tamilen versuchten ab dem 2. Jh. ständig, den Norden Sri Lankas zu erobern. Es entstand ein Konflikt um Religion und Land. Immer wieder marschierten Tamilen ins Land, die aber von den Singhalesen vertrieben werden konnten. Das singhalesische Königreich geriet ständig in Auseinandersetzungen mit den südindischen Reichen. Dadurch zerfiel das Reich in viele Teilreiche. Die Hauptstadt Anuradhapura wurde zerstört, weshalb Polonnawura zur neuen Hauptstadt von Sri Lanka ernannt wurde. Durch weitere Angriffe der Tamilen zerfiel jedoch auch diese Stadt. Dies führte dazu, dass sich die singhalesischen Könige gezwungen sahen, ihre Hauptstädte ständig in andere Gebiete zu positionieren. Der singhalesische König Parakkamabahu VI. konnte die Teilreiche Anfang des 15. Jh. wieder vereinen, jedoch hielt dies nur 50 Jahre bis zu seinem Tod an und das Reich zerfiel erneut in mehrere Staaten.

Kolonialzeit

1505 entdeckten Portugiesen bei einer Expedition die Teilreiche. Sie haben die Küstenregionen sowie den Norden des Gebietes eingenommen. Die Europäer bauten Gewürze an und bekehrten die Bewohner der Insel zum Christentum. 1658 wurden die Portugiesen von den Holländern vertrieben, die aus dem Gebiet eine wirtschaftlich florierende Kolonie machten. Eine Unterwerfung des singhalesischen Königreiches erreichten sie allerdings nicht. 1796 verdrängte die britische Handelsgesellschaft die Holländer von der Insel, der sie den Namen Ceylon gab, die von jetzt an zu Britisch-Indien gehörte. 1802 wurde Ceylon eigenständige Kolonie, wonach es Britisch-Indien gelang, auch den Rest des singhalesischen Reiches zu erobern. Sie begannen, im Hochland eine Infrastruktur zu errichten und legten Kaffee- und Teeplantagen an. Damit wurde der Grundstein für die Entwicklung zu einem der weltweit bedeutendsten Teeproduzenten gelegt.

Der Weg in die Unabhängigkeit

Die Singhalesen waren müde von der Kolonialisierung und strebten die Unabhängigkeit des Landes an. Am 4. Februar 1948 wurde Ceylon offiziell unabhängig und es entstand eine konservative Regierung. Regierungschef wurde Don Stephen Senanayake (UNP). Es folgten blutige Kämpfe zwischen den Tamilen und den Singhalesen, weil der neue Regierungschef Solomon Bandaranaike Tamilisch als Amtssprache abschaffen und den Tamilen die Staatsbürgerschaft sowie das Wahlrecht entziehen wollte. Bandaranaike wurde daraufhin von Tamilenrebellen getötet. Nach mehreren Wechseln der Politik und des Regierungschefs kam 1959 die Witwe von Solomon Bandaranaike (SLFP) an die Macht und führte die antitamilische Innenpolitik ihres Mannes fort. Zudem führte sie eine Erziehungspolitik gegen die Minderheit der Christen ein. Nach sechs Jahren an der Macht wurde sie von einer konservativen Regierung abgelöst, wonach sie 1970 erneut die Herrschaft übernahm. Das Land wurde in Demokratische Republik Sri Lanka umbenannt und war von einem buddhistisch-marxistischen Sozialisierungsprogramm geprägt. Sämtliche Plantagen wurden verstaatlicht, über die gesamte Wirtschaft hatte nun der Staat die alleinige Kontrolle. Einen Wendepunt stellte der Regierungswechsel mit dem neuen Regierungschef J. R. Jayawardene (UNP) dar. Dieser führte Sri Lanka wieder zurück zu einer freien Marktwirtschaft. Anfängliche Unruhen zwischen tamilischen und singhalesischen Regierungstruppen führten 1983 zu einem Bürgerkrieg. Den Tamilen wurde 1987 eine weitgehende Selbstverwaltung im Norden des Landes zugestanden, jedoch kam es auch in den 90er Jahren immer wieder zu Bombenanschlägen und Attentaten. 1992 wurde der Oppositionsführer Lalith Akhulathmudali erschossen, ein Jahr später wurde der neue Präsident Ranasinghe Premadasa bei einem Bombenanschlag getötet. Wenig später fiel nahezu die gesamte Regierung einem weiteren Bombenanschlag zum Opfer. Zwei Jahre später wurde Chandrika Bandaranaike Kumaratunga von dem links orientierten Parteienbündnis PA zur Präsidentin gewählt, die ihre Mutter zur neuen Regierungschefin ernannte. Trotz eines vereinbarten Waffenstillstandes kam es erneut zu brutalen Kämpfen zwischen Regierungstruppen und tamilischen Rebellen. 1999 wurde Chandrika Bandaranaike Kumaratunga wieder gewählt. Nachdem die Regierung um sie die Parlamentswahlen im November 2001verloren hatte, wurde Ranil Wickremasinghe, Oppositionsführer von der UPN, zum neuen Regierungschef gewählt. Doch schnell wurde deutlich, dass sie sich über das Vorgehen mit den rebellischen Tamilen uneins waren. Die Präsidentin ließ das Parlament auflösen und rief den Ausnahmezustand aus. Nach vorgezogenen Parlamentswahlen im April 2004 kam es erneut zum Machtwechsel. Die PA erhielt die meisten Sitze, sodass Mahinda Rajapakse von der linksorientierten PA zum Ministerpräsident ernannt wurde. Im Dezember 2004 wurde auch Sri Lanka von dem gewaltigen Tsunami infolge eines Erdbebens vor der Küste der Insel Sumatra heimgesucht. Tausende Menschen starben oder wurden obdachlos und für das gesamte Land wurde der Notstand ausgerufen. 2002 wurde erneut ein Waffenstillstand unterzeichnet, der aber durch den Mord des Außenministers Kadirgamar an Wert verlor. 2009 wurde der Bürgerkrieg nach dem Sieg des Militärs beendet.

Geographische Lage

Die Insel Sri Lanka liegt vor der Küste des indischen Bundesstaates Tamil Nadu im Süden des Landes. Der indische Ozean trennt die beiden Staaten voneinander, in dem sich die Inselkette Adam’s Bridge befindet. Sri Lankas Landschaft ist von tiefliegenden Küstenebenen geprägt, die sich von der Nord- und Westküste bis zum Landesinneren ausweiten. Das Zentrum und der Süden von Sri Lanka sind durch Berge und Hügel gekennzeichnet. Mit 2524 m ist Pidurutalaga der höchste Berg des Landes.

Wirtschaft

Wichtigstes Exportgut: Tee

2012 betrug das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf der Bevölkerung 2.816 USD; das sind 6,4% mehr als im Vorjahr. Nur etwa 4% der Bevölkerung ist arbeitslos, unter den Jugendlichen sind es jedoch ca. 19%. Nach einer Inflationsrate von nur 5,9% im Jahr 2010 zeichnete sich 2011 eine Steigerung der Verbraucherpreise ab. Die Regierung antwortete darauf mit Subventionen für die ärmere Bevölkerung, um dem weiteren Preisanstieg der Grundnahrungsmittel entgegenzuwirken. Die Wirtschaftsleistung konzentriert sich vor Allem in und um Colombo. Sri Lanka ist überwiegend ein Land der Agrarproduktion. Tee, Gummi und Kokosnüsse erbringen den Großteil der Exporteinkünfte, während der Reisanbau die Versorgung der eigenen Bevölkerung sichert. Daneben spielen Forstwirtschaft und Fischerei eine tragende Rolle. In der Industrie sind Bergbau sowie Fertigungswirtschaft wichtige Schlüsselfaktoren. Importiert werden vornehmlich Industriegüter, Maschinen, Nahrungsmittel und Öl. Der Regierungschef und gleichzeitige Präsident des Landes Mahinda Rajapaksa hat in den letzten Jahren zahlreiche Projekte zum Ausbau der Infrastruktur mit ausländischer Unterstützung ins Leben gerufen, so zum Beispiel der neue internationale Flughafen nahe Hambantota oder der Hafenausbau Colombo.